Festival Hoyerswerda ist bunt!

30 Jahre Hoyerswerda `91: Hoyerswerda ist bunt! Idee für ein Stadtfestival von Franziska Hauptmann

Es tut immer noch weh
Seit 30 Jahren meiden viele Hoyerswerdaer*innen den Namen ihrer Heimatstadt, bei der Frage: „Und? Wo kommst du her?“ Wir sind da sehr kreativ geworden: „Nähe Dresden“, „Da bei Krabat. Nicht weit weg von Berlin und Bautzen“ Jetzt wird das „Lausitzer Seenland“ vorgeschoben, um irgendwie zu beschreiben, wo man eigentlich herkommt. Um den Namen Hoyerswerda zu meiden. Hoyerswerda wurde medial nur als Brennpunkt von Nazis, oder: „Ach die Stadt mit dem Kravallen“ abgespeichert. Dass sich hier so viel verändert hat, dass die Stadt bunter ist denn je, dass es hier engagierte, junge, kreative Menschen gibt, die nicht schreiend mit Molotowcocktails durch die Straßen ziehen, nimmt kaum ein Mensch von außen wahr. Nach dem spärlichen Regenbogentür-Denkmal am Kreisverkehr des Lausitzcenters, ist es wirklich Zeit mal ein richtig starkes, nachhaltiges Zeichen zu setzen! Ein Zeichen gegen das Stigma des Rechtsextremismus! Ein Zeichen, dass wir eine bunte Stadt sind – mit Vielfalt an Kulturen!

Die Idee
Wir feiern im September ein Festival, was uns aus diesem braunen Sumpf mit Farbe rausschwemmt und unsere Stadt endlich mal so bunt darstellt, wie sie wirklich ist.

Was wir dazu brauchen, um das bunte Kleid unsere Stadt sichtbar zu machen, ist ein Platz und sind Unternehmen, die hinter einer solchen Festival-Idee stehen. Wir rufen alle kreativen Menschen  in unserer Stadt auf, zum Beispiel – statt mit willkürlichen Grafitti‘s an Häuserwänden, unsere Stadt an gezielt platzierten Wänden bunt zu gestalten. Wir suchen eine Vernetzung mit den KunstAG´s der Schulen, mit dem Lausitzcenter als Ausstellungsort, mit unseren Veranstaltungsfirmen in der Stadt, mit den Lausitzer Werkstätten, mit den Menschen aus den Asylbewerberheimen, die ihre Kulturen zeigen, um ein großes interkulturelles Festival zu feiern – ähnlich einem „Karneval der Kulturen“. Das Ossi, das Natz, die Kufa, die Vereine, egal ob Sport oder Musik, die Kirchengemeinden, das Klinikum als größter Ausbildungsort, die Menschen aus Begegnungsstätten, Kindergärten und Schulen, Zeitzeugen, das ZCOM, die Zookultur mit dem Schloss als großem Archiv.

Wir alle zeigen uns eine Woche lang als die Stadt, die wir im Jahre 2021 wirklich sind.

Wir sollten mit wichtigen Menschen aus Bereichen des Alltagsrassismus (Institut für diskriminierungsfreie Bildung -IDB), mit den Veranstaltern des größten Festival gegen rechts, das „Forstrock Festival“ (Birgit und Horst Lohmeyer) und den Vorsitzenden der Parteien sprechen und uns mit ihnen vernetzen, um in dieser „Schicksalswoche im September“, die Leute in und außerhalb unserer Stadt zu zeigen, dass wir diese Stadt aus dem Jahre 1991 nicht mehr sind.

Nutzen wir diesen furchtbaren 30. Jahrestag, um umzulenken und um wieder mit Stolz zu sagen: „Ich komme aus Hoyerswerda!“, um dann vielleicht zu hören: „Ach, die bunteste Stadt von Sachsen!“

 

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